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Der asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii)

Der asiatische Moschusbockkäfer Aromia bungii (Faldermann; fortan als Moschusbock bezeichnet) ist eine aus Südostasien stammende, auffallend große Bockkäferart (Cerambycidae). Seinen Namen hat der Käfer vom Moschus-artigen Geruch, den er bei Gefahr absondert. Außerhalb seines natürlichen Verbreitungsareales tritt der Käfer seit 2011 in Teilen Italiens bei Neapel und Mailand sowie sporadisch in Deutschland um Rosenheim auf.

Biologie und Morphologie

Der adulte Käfer ist mit seinem bis zu 4 cm langen Körper, seinem roten Halsschild und seinen glänzend schwarzen Flügeldecken auffällig und recht einfach von anderen Arten zu unterscheiden. Wie für Bockkäfer typisch, besitzt auch der Moschusbock sehr lange Fühler, die beim Männchen nach hinten über den Körper hinausragen. Um sich fortzupflanzen legt das Weibchen die Eier in Klüften der Rinde von Wirtsbäumen ab. Die Entwicklung der daraus schlüpfenden Larven findet vollständig im Holzkörper (Stamm, Wurzeln, dicke Äste) statt. Die Larven sind cremeweiß und werden bis zu 5,2 cm lang. Nach 23 bis 35 Monaten der larvalen Entwicklung schlüpft der erwachsene Käfer. Innerhalb seines kurzen Lebens (2 – 3 Wochen) legt ein Weibchen 40 – 50 Eier am selben oder einem anderen Wirtsbaum.

Wirtspflanzen

Potenzielle Wirtspflanzen sind vor allem sämtliche Arten der Gattung Prunus (Steinfrüchte). Dazu gehören unter anderem Pflanzen, die sich in den meisten Südtiroler Gärten befinden und auch landesweit landwirtschaftlich angebaut werden, wie Marillen, Kirschen, Pflaumen (Zwetschgen), Pfirsich aber auch Mandeln, Schlehen, Weichseln, Renekloden etc.

Schadbild und Symptome

Der Schaden entsteht durch die Fraßtätigkeit der Larven. Diese fressen fingerdicke Gänge in den Stamm sowie in dicke Äste und Wurzeln, was die Wasserversorgung des Baumes stark beeinträchtigt.

Als einfachstes Erkennungsmerkmal für das Auftreten des Schaderregers gelten die fingerdicken Ausbohrlöcher der Larven gekoppelt mit massivem Bohrmehlauswurf für.

Durch einen Befall kommt es über mehrere Jahre zum Absterben anfangs gesunder Bäume.

Prävention und Bekämpfungsmaßnahmen

In Südtirol kommt der Moschusbock nicht vor. Um das Auftreten zu überwachen, wird vom Pflanzenschutzdienst ein „Monitoringplan“ ausgearbeitet und umgesetzt. Dabei werden visuelle Kontrollen in Wäldern, Kulturflächen, Parks, privaten Gärten und Verkaufs- und Produktionsbetrieben von Pflanzmaterial durchgeführt.

Werden Larven oder verdächtige Symptome festgestellt, ist eine Laboruntersuchung erforderlich. Kann bei der herkömmlichen Bestimmung nicht eindeutig ausgeschlossen werden, dass es sich um den Moschusbock handelt, erfolgt eine Analyse des genetischen Materials der Larve oder des Käfers.

Eine Bekämpfung ist sehr schwierig. Bislang konnte noch keine ausreichend effiziente und umweltschonende Maßnahme entwickelt werden.

In den amtlich bekannten Befallsgebieten in Süd- und Norditalien werden verdächtige Bäume unverzüglich gefällt und verbrannt. Auch die Wurzelstöcke müssen ausgegraben und vernichtet werden.

Bezugnehmend auf die Biologie des Moschusbocks mit einer mehrjährigen larvalen Entwicklung und der Kurzlebigkeit der erwachsenen Käfer kann sich die Art nur langsam selbständig ausbreiten. Die größte Gefahr einer Verfrachtung besteht bei der Einfuhr von unbehandeltem Rundholz aus Befallsgebieten, da diese Ware Larven enthalten und der entwickelte Käfer seine Eier an umliegenden Wirtspflanzen ablegen kann.

Gesetzliche Bestimmungen

Der asiatische Moschusbockkäfer ist gemäß EU-Durchführungsverordnung 2019/2072 als Quarantäneschädling eingestuft und zählt außerdem gemäß EU-Verordnung 2019/1702 zu den 20 prioritären Schädlingen, für die die Mitgliedsstaaten besonders gründliche Erhebungen durchführen, um die Einschleppung zu verhindern. Zusätzlich gibt es den Durchführungsbeschluss (EU) der Kommission vom 8. Oktober 2018 „zur Festlegung von Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Aromia bungii (Faldermann)“

Merkblatt

Der asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii)

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