Der Japankäfer (Popillia japonica)
Der Japankäfer (Popillia japonica) stammt ursprünglich aus Japan. Er konnte sich auch in China, Russland (Kurilen), Portugal (Azoren), Kanada und in den USA etablieren. In Italien wurde der Käfer erstmals im Jahr 2014 im Parco del Ticino, zwischen der Lombardei und dem Piemont, festgestellt. Das Befallsgebiet musste auf die Emilia-Romagna (2020) und das Aostatal (2022) ausgeweitet werden. Im Jahr 2025 wurden auch in Südtirol vier Exemplare gefunden, jedoch nur in den, von den Pflanzenschutzinspektoren, aufgestellten Fallen.
Biologie und Morphologie
Der Japankäfer entwickelt eine Generation pro Jahr, in kälteren Gebieten kann sich nur alle zwei Jahre eine Generation entwickeln. Die Weibchen legen 40 – 60 Eier in den oberen Bodenschichten auf Grünland- oder Ackerflächen ab. Im Spätsommer schlüpfen die Larven. Die gesamte Entwicklung sowie die Überwinterung erfolgen im Boden. Nach einem Puppenstadium von 1 - 3 Wochen schlüpfen die adulten Käfer von Mitte Mai bis Juni.
Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer. Auf dem ersten Blick ähnelt er seinen Verwandten, wie dem gemeinen Rosenkäfer (Cetonia aurata), dem Feldmaikäfer (Melolontha melolontha), dem Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) und dem kleinen Julikäfer (Anomala dubia).
Die ausgewachsenen Käfer weisen einen ovalen Körper auf und erreichen eine Länge von 8 - 11 mm und eine Breite von 5 - 7 mm. Körper und Halsschild sind glänzend grün. Die Flügeldecken hingegen sind bronze- oder kupferfarben und decken den Hinterleib nicht vollständig ab. Am Hinterleib befinden sich seitlich jeweils fünf weiße Haarflecken. Am Körperende befinden sich zwei etwas größere weiße Haarbüschel.
Die Larven haben eine grauweiße Farbe und sind von bräunlichen Härchen bedeckt. Der Kopf ist gelb-bräunlich mit dunklen Mundwerkzeugen. Im Larvenstadium lassen sich die Engerlinge durch ihr V-förmiges Rastermuster aus Härchen am Körperende identifizieren.
Wirtspflanzen
Der Wirtspflanzenkreis umfasst 300 Pflanzenarten; wirtschaftlicher Schaden wurde bislang an 100 Pflanzenarten festgestellt.
Zu den wichtigsten Wirtspflanzen gehören Apfel, Birne, Steinobst, Weinrebe, Rose, Beeren, Mais, Spargel, Ahorn, Linde, und Ulme.
Schadbild
Die adulten Käfer fressen -meist in Gruppen- an den oberirdischen Pflanzenteilen (Blätter, Blüten, Früchte), was zu Schäden führt. Weitere Schäden werden von den im Boden lebenden Larven verursacht, da sich diese von Pflanzenwurzeln ernähren. Bei starkem Befall kann die gesamte Grasnarbe absterben. Besonders betroffen sind bewässerte landwirtschaftliche Flächen, Sportplätze und Parks.
Vorbeugung und Bekämpfung
Die Tilgung des Schädlings in einem Befallsgebiet ist schwierig und wird mit zunehmender Größe der betroffenen Fläche noch schwieriger. Ist eine Tilgung nicht mehr möglich, muss primär die weitere Ausbreitung verhindert werden.
Als effektivste Maßnahme zur Eindämmung des Befalls durch den Käfer haben sich biotechnologische Maßnahmen durch den Einsatz von Gegenspielern (Bakterien, Pilze, Nematoden, Insekten) erwiesen.
Gesetzliche Bestimmungen
Der Japankäfer ist gemäß EU-Durchführungsverordnung 2019/2072 als Quarantäneschädling eingestuft und zählt außerdem gemäß EU-Verordnung 2019/1702 zu den 20 prioritären Schädlingen, für die die Mitgliedsstaaten besonders gründliche Erhebungen durchführen, um die Einschleppung zu verhindern. Zusätzlich sind auf staatlicher Ebene die Bekämpfungsmaßnahmen mit dem Dekret vom 22. Januar 2018 “Misure d’emergenza per impedire la diffusione di Popillia japonica Newman nel territorio della Repubblica italiana” festgelegt worden.
Merkblatt
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Letzte Aktualisierung: 04/09/2025

