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Der malaiische Palmenrüssler (Rhynchophorus ferrugineus)

Bei Rhynchophorus ferrugineus handelt es sich um einen Rüsselkäfer, der ursprünglich aus Südostasien und den dort liegenden Inseln stammt. Seit den 1980er Jahren wurde die Art über Südasien und die arabische Halbinsel bis nach Nordafrika, Europa und sogar bis in die Karibik verschleppt. In Italien wurde 2005 der erste Befall nachgewiesen. Mittlerweile kommt die Art besonders entlang der Küstenlinie weit verbreitet vor.

Biologie und Morphologie

Adulte Käfer des malaiischen Palmenrüsslers sind bis zu 3,5 cm lang mit einer roten bis bräunlichen Grundfarbe und schwarzen Zeichnungen (Punkte am Halsschild und Streifen auf den Deckflügeln). Auffallend ist auch der stark ausgeprägte Rüssel, auf dem sich die Antennen befinden.

Die beinlosen, weiß-creme farbigen Larven haben eine stark ausgeprägte, braune Kopfkapsel und einen gedrungen wirkenden Körper. Sie können eine Länge von bis 5 cm erreichen. Die Larven verpuppen sich in einem ovalen Kokon aus Palmfasern.

Die adulten Käfer fliegen nur am Tag, sind aber Tag und Nacht aktiv. R. ferrugineus ist ein sehr guter Flieger. Obwohl die Weibchen ihre Eier meist an derselben oder benachbarten Pflanze erfolgt, können sie auf der Suche nach geeigneten Wirtspflanzen auch bis zu 50 km weit fliegen.

Die Eiablage erfolgt im Kronenbereich der Wirtspflanzen an der Blattbasis oder an jungen Blättern, wobei frisch geschnittene oder geschwächte Pflanzen besonders attraktiv sind. Die Larven fressen Gänge in den Stamm ihrer Wirtspflanze und richten dadurch Schäden an. Abhängig von den Umweltbedingungen können sich im Laufe eines Jahres 1 bis 3 Generationen entwickeln. Befallene Pflanzen sterben nach mindestens 2 Jahren ab.

Wirtspflanzen

Der indomalaiische Palmenrüssler ist generell auf Palmen (Famile der Arecaceae) spezialisiert. Aktuell werden ca. 40 Palmenarten als Wirte angeführt, einige davon haben auch eine wirtschaftliche Bedeutung (z.B. Kokos- und Dattelpalme). In Südtirol sind vor allem die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) und Arten der Gattung Phoenix relevante Wirte.

Symptome

Die bedeutendsten Symptome treten durch die Fraßtätigkeit der Larven auf. Als erstes können asymmetrische Fraßspuren an den jungen Blättern beobachtet werden. Bei Verletzung der Blattbasis sterben die Blätter ab. Wird auch die Wipfelknopse beschädigt, wachsen keine jungen Blätter mehr nach und es entsteht der typische „Schirmeffekt“. Je nach Befallsintensität, sterben die Pflanzen nach 2 – 3 Käfergenerationen und damit nach mindestens einem Jahr ab.

Prävention und Bekämpfungsmaßnahmen

Da dieser Schädling in der EU und in Italien bereits vorkommt, ist es wichtig zugekaufte Wirtspflanzen beim und nach dem Kauf prophylaktisch auf Symptome zu untersuchen. Generell, aber besonders im Befallsgebiet, sollen Palmen nur im Winter geschnitten werden. Der aus den Wunden austretende Pflanzensaft wirkt besonders attraktiv auf adulte Käfer des Palmenrüsslers.

Befallene Pflanzen müssen gerodet und gehäckselt werden. Wirtspflanzen in der Umgebung sind auf Befall zu kontrollieren und ggf. präventiv mit Insektizid -immer unter Einhaltung der besonderen Vorschriften zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln- zu behandeln.

Gesetzliche Bestimmungen

Der indomalaiische Palmenrüssler wird in der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 als unionsgeregelter Nicht-Quarantäneschädling (RNQP) klassifiziert. Damit muss nur Pflanzmaterial auf Befall kontrolliert werden. Da es in Südtirol aber noch keinen Fund dieser Art gibt, bittet der Pflanzenschutzdienst trotzdem darum sämtliche Verdachtsfälle zu melden.

Merkblatt

Der indomalaiische Palmenrüssler

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