Schutz der aquatischen Lebensräume und Gewässerfauna
Der Schutz der aquatischen Lebensräume in Südtirol umfasst ein komplexes Fließgewässersystem von rund 9.500 Kilometern Länge sowie etwa 350 Stillgewässer. Diese sensiblen Ökosysteme stehen unter erheblichem Druck, unter anderem durch den Klimawandel, Wasserentnahmen und hydromorphologische Eingriffe.
Von den Fließgewässern können etwa 1.600 Kilometer, von den Stillgewässern etwa 20 % fischereilich genutzt werden. Die große Mehrheit der Fischwässer wird als Salmonidengewässer eingestuft. Es handelt sich hierbei um schnell fließende Gewässer mit tiefen Wassertemperaturen sowie um Hochgebirgs- und Bergseen. Das Amt für Wildtiermanagement überwacht diese Bestände kontinuierlich. Die Brütlingskontrollen zur natürlichen Fortpflanzung im Jahr 2025 lieferten für Forellen und Äschen im langjährigen Vergleich nur mäßig-schlechte Ergebnisse, was die Notwendigkeit aktiver Managementmaßnahmen unterstreicht.
Die Förderung der Marmorierten Forelle wird seit 1994 aus Mitteln des Landeshaushaltes, der Umweltgelder, dem Energiefond und dem Wasserzins unterstützt. Gemäß dem 2016 ausgearbeiteten Positionspapier erfolgen Stützmaßnahmen und die Erzeugung von Besatzmaterial unter umfassender genetischer Qualitätskontrolle aller verwendeten Fische. Vereinbart wurde zudem, landesweit künftig ausschließlich befruchtetes Eimaterial und frühe Jungfischstadien der Marmorierten Forelle zu besetzen. Gleichzeitig erfordert die Ausbreitung invasiver Arten intensive Kontroll- und Eindämmungsmaßnahmen. Neben dem als eingebürgert klassifizierten Edelkrebs kommen in Südtirol vier invasive, gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung vor: Signalkrebs, Kamberkrebs, Roter amerikanischer Sumpfkrebs und Marmorkrebs.
Fischerei in Südtirol
Die Fischwässer werden von über 100 Bewirtschaftern betreut. Neben Eigenfischereirechten bestehen vereinzelt mittelalterliche Tafelrechte; zudem gibt es Fischereirechte der Autonomen Provinz Bozen, die meist an örtliche Vereine konzessioniert sind. Die Überwachung erfolgt durch freiwillige Fischereiaufseher der Vereine und privaten Rechtsinhaber.
Im Jahr 2025 wurden 373 staatliche Fischereilizenzen neu ausgestellt und weitere 972 verlängert. Zusätzlich stellte die Fischereibehörde 983 Ausländerlizenzen aus. Rund 11.109 Personen sind im Besitz einer gültigen Fischereilizenz.
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Letzte Aktualisierung: 22/07/2026