Wildtiermanagement
Das Wildtiermanagement in Südtirol verfolgt das Ziel, den Erhalt der Artenvielfalt mit den Bedürfnissen von Land- und Forstwirtschaft sowie der Bevölkerung in Einklang zu bringen. Grundlage dafür sind ein kontinuierliches Monitoring der Wildbestände, wissenschaftliche Erhebungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Wildtiermanagement, den Forstinspektoraten, den hauptberuflichen Jagdaufsehern und dem Südtiroler Jagdverband.
Während viele geschützte Arten wie der Bartgeier oder der Steinadler, der landesweit auf mindestens 70 Brutpaare kommt, Erfolge verzeichnen, bleibt die Lage für Arten mit spezifischen Lebensraumansprüchen wie das Auerwild aufgrund von Habitatfragmentierung schwierig. Ein zentrales Thema des Jahres 2025 waren die großen Beutegreifer, die Lebensräume zurückerobern. Im Gegensatz zu den vorherigen Jahren, konnte im Jahr 2025 ein leichter Anstieg an Bärennachweisen festgestellt werden, vor allem im südwestlichen Teil der Provinz. Erstmals seit 2001 konnte wieder Nachwuchs eines Weibchens in Südtirol genetisch belegt werden. Gleichzeitig breitet sich die Wolfspopulation mit mindestens 49 nachgewiesenen Individuen und neun bestätigten Rudeln weiter aus. Hinsichtlich der Anzahl von Wölfen im Jahr 2025 kann in Südtirol wahrscheinlich von einer Mindestzahl von mehr als 98 Individuen ausgegangen werden. Ein rechtlicher Meilenstein war hierbei die erste legale Wolfsentnahme im August 2025 in der Gemeinde Mals, die durch eine Anpassung des gesetzlichen Rahmens auf Landesebene ermöglicht wurde.
Im Bereich der jagdbaren Wildarten ist das Reh die am häufigsten vorkommende Art (Rehwildabschuss im Jagdjahr 2025: 7.855 Stück), während das Gamswild gebietsweise unter erheblichen Verlusten durch die Gamsräude leidet. Das Rotwild profitiert hingegen tendenziell vom Klimawandel, und der steigende Jagddruck mündet in einer anspruchsvolleren Bejagbarkeit. Langfristig wird es ein integrales Rotwildmanagement mit revierangepassten Jagdstrategien brauchen, um diese Wildarten in den Griff zu bekommen.
Eine Besonderheit im Südtiroler Wildmanagement ist die Möglichkeit, durch spezifische Durchführungsbestimmungen Managementpläne für vom Staatsgesetz geschützte Arten wie den Steinbock und das Murmeltier umzusetzen. Im Juli 2022 hat der Landeshauptmann das Dekret für den "Managementplan Steinwild 2022–2026" und den "Managementplan Murmeltier 2022–2026" erlassen. Das Managementkonzept sieht die jagdliche Entnahme, den Fang zur Markierung und die Entnahme zur Wiederansiedelung in kleinen Steinwildkolonien Südtirols vor. Im Frühjahr 2025 gelangen insgesamt 15 Fänge von Steinböcken und -geißen. Landesweit stark verbreitet ist das Murmeltier, mit einer geschätzten Population von 50.000 Individuen. 2025 wurde für 86 Jagdreviere kraft Gesetzes, fünf Eigenjagdreviere sowie ein Domänengebiet ein Abschussplan für Murmeltiere erlassen. Insgesamt kamen landesweit 1.411 Murmeltiere zur Strecke.
Ein wachsender Konfliktbereich ist die Verkehrssicherheit, da die Zahl der Wildunfälle mit tödlichem Ausgang für die Tiere im Jahr 2025 auf 1.171 Fälle anstieg. Um dem entgegenzuwirken, setzt das Land auf Präventionsprojekte wie Wildwarnreflektoren und die Vernetzung von Lebensräumen durch Wildbrücken.
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Letzte Aktualisierung: 22/07/2026